sprachdidaktik-sobel 
Ideen und Impulse zur Unterrichtsgestaltung

September 2026

Wiederholen, Sprechen, Spielen

Dies sind drei Aktivitäten, die gleich zu Beginn des Schuljahres nachhaltige Zeichen setzen können, denn Wiederholen rekapituliert bereits Gelerntes (oder oftmals über die Ferien Vergessenes), Sprechen ermöglicht ein gesteuertes, zielgerichtetes gemeinsames Miteinander und Spielen erhöht die Motivation, das neue Schuljahr im kommunikativen Austausch und nicht ausschließlich mit einem Leistungsgedanken zu starten.

Anleitung

Vorbereitung:

  • Die Lehrkraft definiert Themenbereiche (je nach Fach und Jahrgangsstufe, z.B. Vokabular: Farben, Verkehrsmittel, Wörter mit zwei Vokalen, … Inhalte: englischsprachige Persönlichkeiten, europäische Hauptstädte, historische US-amerikanische Ereignisse, … Grammatik: Präpositionen, Konjunktionen, …) und schreibt diese ungeordnet auf ein Poster. Es braucht etwa genau so viele Themen wie Schüler:innen in der Klasse.
  • Jede:r Schüler:in schreibt seinen:ihren Namen auf einen Klebezettel.

Durchführung:

  1. Die Schüler:innen kleben ihre Zettel in beliebiger Reihenfolge senkrecht untereinander (in einem Ranking)  an eine gut zugängliche Wand, die Tafel oder auf einen Tisch in der Mitte des Raums. Es gibt die strikte Vorgabe, dass im Folgenden nur der eigene Zettel bewegt werden darf.
  2. Ein:e Schüler:in mit einer jeweils niedrigeren Position im Ranking fordert eine andere Person heraus, indem er:sie ein Thema vom Poster wählt und die beiden im Folgenden 40 Sekunden (oder nach Vereinbarung auch länger) abstoppen, in denen sie abwechselnd zugehörige Begriffe in der Fremdsprache aufzählen. Es verliert, wer keinen sinnvollen Begriff nennen kann, zu lange (mehr als drei Sekunden) zögert oder einen falschen Begriff nennt. Hat das Gegenüber Zweifel an der Richtigkeit des Begriffs, kann er:sie ein Veto einlegen - die Zeit wird gestoppt und es wird nachgeschlagen bzw. -gefragt. Hat der:die  Vetogeber:in Recht und der Begriff ist wirklich falsch, gewinnt er:sie automatisch das Duell (auch wenn die Zeit noch nicht abgelaufen ist). Hat er Unrecht, gewinnt das Gegenüber.
  3. Der:Die Gewinner:in jedes Duells tauscht mit der anderen Person die Position des Klebezettels im Ranking. Gewinnt der ohnehin höher Platzierte, bleiben die Positionen bestehen.

So entsteht ein lebhaften Miteinander-ins Gespräch-Kommen, wobei aufgrund der geringen sprachlichen Komplexität auch schwächere oder zurückhaltendere Schüler:innen involviert sind, ebenso wie stärkere oder extrovertierte Lernende zurückgehalten werden. Diese Balance, die Tatsache, dass die Lernenden die Themen quasi selbst auswählen und der schnelle Wechsel der Partner:innen erlauben die Aufrechterhaltung der Konzentration und Motivation auch über einen längeren Zeitraum hinweg.
Tipp: Das Spiel gewinnt zusätzlich an Reiz, wenn Sie als Lehrkraft teilnehmen. Zusätzlich kommen Sie so mit vielen Schüler:innen in Kontakt und können Lernstände beobachten.

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