sprachdidaktik-sobel 
Ideen und Impulse zur Unterrichtsgestaltung

November 2026

Lernen mit Bildern = Sprache sichtbar machen!

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte – und können sowohl motivieren als auch den Sprachlernprozess entscheidend bereichern. Sie wecken Interesse, aktivieren Vorwissen und erleichtern das Verstehen neuer Wörter und Zusammenhänge. Außerdem lassen sie oftmals erschlagend wirkende Texte lebhafter erscheinen.
Es gibt viele Methoden, wie Sie Bilder gezielt und kreativ im Sprachunterricht einsetzen können, um Lernende zum Sprechen, Denken und Entdecken anzuregen.

Einen Text in Bilder übersetzen (und umgekehrt)

  • Im Plenum: Beispielhaft wird ein vorhandener Text (z.B. aus dem Lehrbuch/ der Lektüre) an die Tafel projiziert. Die Lehrkraft (bzw. später die Lernenden) streicht nach und nach Wörter aus und ersetzt sie durch ein einfaches Symbolbild. Der Satz wird nach jeder Änderung erneut vorgelesen. Nach und nach übernehmen die Schüler:innen die Rolle des Ausstreichers.
  • Im Tandem: Wenn die Lernenden das Prinzip verstanden haben, wenden sie es selbst an: Ein:e Schüler:in streicht aus, der:die andere muss den Satz rekonstruieren.
  • Tipp: Stärkere Schüler:innen können auch gleich mehrere Wörter verändern, was die Behaltensleistung des Lesenden zusätzlich testet.


Bilder als Gesprächsanlass

  • zufällige Bilder generieren: https://randomwordgenerator.com/picture.php
  • Im Plenum: Vokabular dazu sammeln und das Bild annotieren
  • In Einzelarbeit: Sätze dazu schreiben (A1/ A2), eine Geschichte erfinden (B1-C2)
  • Im Tandem: Geschichten tauschen, kommentieren (1. Mir gefällt besonders…, 2. Was ich nicht verstehe ist,… 3. Was ich verbessern/ ergänzen würde: …) und ggf. verändern
  • Tipp: zusätzlich können zufällig ausgewählte Wörter mit eingebracht werden, z.B. aus der aktuellen Lektion/ Lektüre)


Bilder zu einer Geschichte zusammenfügen

  • Jede:r Schüler:in erhält ein zufälliges Bild.
  • In Einzelarbeit: Jeder schreibt in einer vorgegebenen Zeit (z.B. 5 Minuten etwas zu seinem Bild (Wörter, Beschreibung, Interpretation, etc.). Unbekannte Wörter/ Strukturen werden nachgeschlagen/ erfragt.
  • Im Omniumkontakt: Zu Zweit oder zu Dritt verbinden die Schüler:innen ihre Bilder möglichst sinnvoll. > Mehrere Runden mit zufälligen Begegnungen regen die Fantasie an und ermöglichen vielfältigen Austausch mit wiederkehrenden Sprachmustern.
  • In (selbst gewählten) Kleingruppen: Die Schüler:innen schreiben eine kleine Geschichte anhand ihrer eigenen Sätze und den Erkenntnissen aus dem vorherigen Austausch.
  • Im Plenum: Die Geschichten werden (in großen Gruppen ggf. nach dem Marktplatzprinzip) vorgelesen und mit Sternen (z.B. Klebepunkten) honoriert: Wer hat die spannenste/ lustigste/ überraschenste Story geliefert?
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